Ein gelebtes Diversity Management schafft ein Arbeitsumfeld, in dem die Unterschiede zwischen den einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht einfach nur akzeptiert und toleriert werden, sondern in dem sie explizit erwünscht sind und in dem sie geschätzt werden. Zentrales Ziel des Diversity Managements ist – wie bereits im letzten Beitrag dargelegt – die Schaffung einer gemeinsamen Kultur. Ein erfolgreiches Diversity Management bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile. Drei davon möchten wir im Folgenden näher beleuchten
Mitarbeiterbindung
Das Diversity Management hebt die Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Unternehmen – von Alter und Geschlecht über Religion bis hin zu verschiedenen Bildungs- und Arbeitskulturen – hervor, thematisiert diese in der Belegschaft und macht sie erlebbar. Jeder einzelne Mitarbeiter erfährt ein Gefühl der Wertschätzung und fühlt sich im Unternehmen nicht einfach nur toleriert, sondern er bzw. sie fühlt sich auch verstanden. Indem das Unternehmen beispielsweise Beschäftigtennetzwerke unterstützt (Ford z. B. fördert weltweit verschiedene Frauen-, Eltern-, Ethnien- und Homosexuellennetzwerke), flexible Arbeitszeitmodelle und Kinderbetreuung anbietet oder den Arbeitsplatz an die Bedürfnisse körperlich behinderter Mitarbeiter anpasst, wird das Unternehmen für alle Mitarbeiter zum zweiten Zuhause.
Unternehmen mit einem erfolgreichen Diversity Management haben darüber hinaus erkannt, dass verschiedene Mitarbeitergruppen nicht nur verschiedene Hintergründe und Bedürfnisse haben, sondern auch verschiedene Stärken und Ziele im Hinblick auf ihre berufliche Entwicklung. Durch eine individuelle Förderung wird das Potenzial eines jeden Mitarbeiters und einer jeden Mitarbeiterin voll ausgeschöpft und sowohl zugunsten des Unternehmens als auch zugunsten der Person genutzt. Hierzu gehören zum Beispiel auch die Förderung von weiblichen Führungskräften oder Führungskräften mit Migrationshintergrund sowie die Einführung interkultureller Mentor(inn)en zur Förderung des Führungskräftenachwuchses.
Stärkung des Arbeitgeberimages
Ein erfolgreiches Diversity Management bindet nicht nur die bestehenden Mitarbeiter, sondern steigert auch die Attraktivität als Arbeitgeber: Das Unternehmen positioniert sich als werteorientierte Organisation und die Beständigkeit im Unternehmen sorgt für eine hohe Leistungsbereitschaft, Mitarbeiterzufriedenheit und Innovationsstärke. Die Förderung der Chancengleichheit aller Beschäftigten und die individuelle Förderung der Mitarbeiter sorgen ebenfalls für eine gesteigerte Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt.
Hieraus ergeben sich neue Rekrutierungsquellen, denn der Arbeitgeber wird so auch von „Minderheiten“ wie beispielsweise Frauen oder älteren Bewerbern als attraktiv wahrgenommen. Dies ist auch deshalb wichtig für Unternehmen, weil die bisher im Berufsleben dominante Gruppe (Männer, Inländer, verheiratet, akademische Ausbildung) immer kleiner wird. Unternehmen müssen – gerade auch im Hinblick auf den demographischen Wandel – alle Talente in allen Kulturen in die Personalauswahl einbeziehen, um aus einer ausreichend großen Auswahl die besten Mitarbeiter wählen zu können.
Internationale Positionierung
Diversity bietet auch im Hinblick auf die Internationalisierung und Globalisierung entscheidende wirtschaftliche Vorteile, denn die ethnische Vielfalt verbessert die Chancen auf den internationalen Märkten. Durch die gezielte Einstellung von Mitarbeitern aus unterschiedlichen Märkten können Unternehmen besser und schneller auf die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Marktes reagieren. Denn durch den gemeinsamen kulturellen Hintergrund von Mitarbeiter und Absatzmarkt werden wichtige Erkenntnisse über Konsumgewohnheiten und über Produktnutzungs- und Kommunikationsverhalten des jeweiligen Marktes gewonnen. Dies ist besonders mit Blick auf die immer wichtigeren Entwicklungs- und Schwellenländer wichtig, die deutschen Unternehmen im globalen Markt die besten Wachstumsmöglichkeiten bieten. Insbesondere die so genannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) werden in der Weltwirtschaft in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Werte und Verhaltensweisen dieser Kulturen sind für uns westliche Industrienationen aber oftmals nur schwer nachzuvollziehen. Diversity spielt in diesem Zusammenhang aber auch eine wichtige Rolle bei der Gestaltung von Wertschöpfungsketten, denn eine nachhaltige Entwicklung in Entwicklungs- und Schwellenländern ist nur möglich, wenn Unternehmen die Vielfalt ihrer weltweiten Produktionsstandorte und Mitarbeiter angemessen berücksichtigen.
Neben den drei hier genannten Vorteilen kann ein gelebtes Diversity Management aber noch einen weiteren entscheidenden Wettbewerbsvorteil erzielen: eine höhere Innovationsfähigkeit durch mehr Kreativität. Hierauf werden wir in unserem nächsten Beitrag näher eingehen.
Quellen:
http://www.business-wissen.de/personalmanagement/neubewertung-diversity-management-im-wandel/
http://www.gute-arbeit-weltweit.de/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=45&Itemid=106
http://www.perso-net.de/arbeitsorganisation/arbeitsgestaltung/diversitymanagement/
https://services.nordrheinwestfalendirekt.de/broschuerenservice/download/2935/diversity.pdf
http://www.secretarysearch.at/img/presse/TRAiNiNG02.2010_diversity.pdf



